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02.10.2013

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Ein Kulturverfall, der dem Sittenverfall Macbeth´s in Nichts nachsteht!

Da das Straubinger Taglblatt zu Theater- und Musikkritiken keine Lesebriefe abdruckt, erfolgt nun an dieser Stelle die Veröffentlichung eines Leserbriefes von Sascha Roßmüller vom 27.09.13:
 
Betr.: Leserbrief zur Theaterrundschau des Straubinger Tagblatts zu Macbeth vom 26.09.13; S. 28
 
 
Ein Kulturverfall, der dem Sittenverfall Macbeth´s in Nichts nachsteht!
 
Hat das Landestheater nicht genug Probleme, so daß es bemüht ist, durch dekadent-obszöne Aufführungen auch dem letzten wohlmeinenden Kulturfreund eine aufkeimende Skepsis bezüglich öffentlicher Gelder für dessen Betrieb ins Gemüt zu pflanzen?
 
Anhand des Dramas „Macbeth“ stünde eine Inszenierung vor der Herausforderung, nicht allein die Tiefpunkte einer gegenwärtigen Weltlage mittels eines Tiefpunkts an Darstellung aufzuzeigen, sondern vielmehr deren Ursachen anhand der im Stück hauptsächlich thematisierten Aspekte des Werteverfalls und der Naturentfremdung, mitunter auch durch die soziale Loslösung des Einzelnen aus der Gemeinschaft, aufzuarbeiten. Zudem wäre es Aufgabe einer zeitgemäßen Inszenierung, die eine moderne Lektüre erschwerende magisch-religiöse Konzipierung des Shakespeare-Textes durch eine adäquate Darstellungsweise zu vergegenwärtigen, wohingegen der Blut-, Urin- und Fäkalienfetischismus des Regisseurs Bartl eher geeignet scheinen, als ein Rückfall weit hinter das dunkelste Mittelalter zurück gedeutet zu werden, dem Shakespeare selbst längst entwachsen war.
 
Darüber hinaus regt Shakespeare m. E. ganz allgemein dazu an, über den als reiner Pragmatiker seine Interessenlagen verfolgenden Typus, nachzudenken, wofür man bspw. die in seinen Dramen letztendlich ans Ziel gelangenden Figuren Fortinbras (Hamlet), Cassio (Othello) oder eben aus Macbeth den Malcolm anführen mag. Es geht bei Shakespeare immer um das Verhältnis von Vernunft und Leidenschaft in Beziehung zu ethischer Selbstkontrolle und Entscheidungskompetenz. Da Shakespeare dies anhand seiner Figuren stets in den diversen Abstufungen aufzeigt, wäre für Regisseur und Darsteller die Aufgabenstellung gegeben. Jedoch die für Shakespearedramen charakteristische Hypertrophie der Innerlichkeit durch pervertierte Äußerlichkeiten darzustellen, läßt provokant die Frage aufkommen, wie es denn angehen kann, daß ein Regisseur wie Bartl mit einer derartigen jeglichem Niveau hohnsprechenden und die Intelligenz beleidigende Aufführung sogar noch Geld verdienen kann, -  anstatt Schadenersatzpflichtig gemacht zu werden…
 
 
Mit freundlichen Grüssen
 
Sascha A. Roßmüller
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